Dass Phantasiereisen ein tolles Werkzeug zum Entspannen sind, hat sich zwischenzeitlich wohl rumgesprochen. Aber warum funktionieren sie überhaupt?

Und können Phantasiereisen dir auch helfen, wenn du konkret etwas in deinem Leben verändern möchtest?

 

Da ich Phantasiereisen zum Einen für meine tägliche Entspannung für unverzichtbar halte, sie zum Anderen aber auch als ein hervorragendes Werkzeug für tiefgreifende Veränderungen im Leben kennen- und schätzengelernt habe, bin ich sehr froh darüber, dass die Hirnforschung Erklärungen dafür parat hat, wie und warum sie funktionieren.

Die Entdeckung der Spiegelneuronen oder Spiegelnervenzellen gibt uns eine Möglichkeit, zu verstehen, wie das Gehirn lernt – und zwar nicht nur Tätigkeiten, sondern auch Emotionen, Glaubenssysteme und Einstellungen.

Das ist sehr spannend, denn wenn wir verstehen, wie wir lernen, können wir dieses Wissen nutzen, um Veränderungen in unserem Leben herbeizuführen und uns ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten.

 

Spiegelneuronen und Lernen

„Ein Spiegelneuron (Plural: Spiegelneurone oder auch Spiegelneuronen) ist eine Nervenzelle, die im Gehirn von Primaten während der Betrachtung eines Vorgangs die gleichen Reize auslöst, wie sie entstünden, wenn dieser Vorgang nicht bloß (passiv) betrachtet, sondern selbst (aktiv) durchgeführt würde.“ sagt Wikipedia.

So bewirken Spiegelneuronen z.B., dass du lachen musst, weil du einen anderen Menschen lachen siehst. Gähnen ist ja auch ansteckend 🙂 .

In seinem Buch Warum ich fühle, was du fühlst schreibt Joachim Bauer: Dass wir mit einer angeborenen, genetisch angelegten Grund­ausstattung von Spiegelnervenzellen ins Lebens starten, zeigt sich an einem Phänomen, das ohne sie nicht möglich wäre: Bei richtig gewähltem Abstand beginnen Säuglinge wenige Stunden bis Tage nach der Geburt, bestimmte Gesichtsaus­drücke, die sie sehen, spontan zu imitieren. Öffnet das ihnen entgegenblickende Gesicht den Mund, tun sie dasselbe. Auf ein Gesicht mit gespitztem Mund reagiert das Neugeborene, indem es selbst die Lippen kräuselt, und es streckt seine Zunge heraus, wenn man ihm dies vormacht.

Mit seiner erstaun­lichen Fähigkeit zur Imitation hat der Säugling bereits von den ersten Lebenstagen an die Möglichkeit, sich auf ein wech­selseitiges Spiel einzulassen, welches dazu führt, dass sich erste zwischenmenschliche Bindungen entwickeln können. Die neurobiologisch angelegte Bereitschaft zu spontanen Imitationsakten ist das Grundgerüst, um das herum sich die Beziehung zwischen Säugling und Bezugsperson entwickelt. (Quelle: http://spiegel-neuronen.blogspot.com/2008/05/auszge-aus-j.html)

Menschen lernen also durch Nachmachen von etwas, das sie sehen.

Die Hirnforschung hat allerdings noch weit Erstaunlicheres zutage gebracht: Unsere Spiegelnervenzellen werden auch dann angeregt, wenn wir uns etwas nur VORSTELLEN!

 

Es funktioniert auch, wenn du es dir nur vorstellst!

Im Gehirn passiert dasselbe, ob du

  • eine Nuss selber knackst oder
  • siehst, wie jemand anders die Nuss knackt oder
  • das spezifische Geräusch hörst, das entsteht, wenn eine Nuss geknackt wird oder
  • dir einfach nur vorstellst, dass du eine Nuss knackst.

Erstaunlich, oder?

 

Deshalb funktionieren Phantasiereisen

Phantasieriesen führen dich in deiner Vorstellung zu einem anderen Ort – oder auch einem anderen  Zustand/Sein – und lassen dich dort mit allen Sinnen sein.

Bei einer Entspannung-Phantasiereise reist du in der Vorstellung an einen Ort, der für dich schön und entspannend ist. Da in deinem Gehirn dasselbe passiert, ob du tatsächlich, d.h. physisch, an diesem Ort bist, oder in deiner Vorstellung, ist auch die Auswirkung dieselbe: Du entspannst und fühlst dich wohl.

Das positive Gefühl, ganz entspannt zu sein, verankert sich immer tiefer in deinem Unterbewusstsein, je häufiger du es in dir anstößt.

Ein paar kurze Entspannung-Phantasiereisen findest du hier kostenlos: Phantasiereisen

 

In der Phantasie reisen, um dich zu verändern

Phantasiereisen für konkrete Veränderungen zu nutzen, funktioniert ähnlich: Wenn es dir um eine konkrete Veränderung geht, bspw. die Änderung einer Verhaltensweise – Stichwort: Schüchternheit – kannst du dich in deiner Vorstellung als der selbstbewusste und kontaktfreudige Mensch erleben, der du gern sein möchtest.

Die Geschichte, die in deiner Phantasie um dieses neue Ich gesponnen wird, macht dich innerlich immer sicherer und es fühlt sich immer „stimmiger“ für dich an, dass du dieser Mensch bist. Für dein Gehirn macht es keinen Unterschied, ob du diese Geschichten physisch erlebst, oder in deiner Vorstellung. Du erschaffst dir mit jeder Wiederholung Erlebnisse und die damit verbundenen Gefühle, die dein Gehirn so verarbeitet, als hättest du sie physisch so erlebt.

Je häufiger du dir den gewünschten Zustand vorstellst und je farbiger deine Geschichten rund herum sind, desto mehr gewöhnst du dich daran, genau so zu sein. Du lernst durch deine Vorstellung!

 

Noch mehr zu Spiegelneuronen und ihre Wirkungsweise?

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2 Responses to “Phantasiereisen – wie und warum sie funktionieren”

  1. Karin sagt:

    Hallo ,

    danke für die vielen Erklärungen!
    Gibt es vielleicht eine Seite auf der man gute Fantasiereisen herunterladen kann? Ich höre im Moment welche von http://www.fantasiereisen.de und bin auf der Suche nach mehr!

    Grüße,
    Karin

    • Petra sagt:

      Hallo Karin,

      vielen Dank für dein Lob!
      Zu deiner Frage bzgl. guter Phantasiereisen: Ich glaube, du hast da schon eine gute Seite gefunden. Ich höre ja immer wieder die Phantasiereise von Monya Pehlke – zu finden unter http://ihr-wegweiser-zum-glueck.de/phantasiereisen/. Diese gefällt mir sehr und entspannt mich tief.
      Aber, wenn du noch ein paar Wochen abwartest, dann findest du hier auf dem Blog auch die eine oder andere Phantasiereise vor ;).

      Herzliche Grüße
      Petra

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