Intuition trainieren – Stärke deine Sinne

iBlogPro 28. Februar 2012, Intuition, Petra

 

Intuition ist gefühltes Wissen und damit die Fähigkeit, spontan und unbewusst Sachverhalte und Situationen zu erfassen, Entscheidungen zu treffen und zu handeln.   Gianna Possehl/Anke Meyer-Grashorn in „Trust Yourself“

 

Für manche Menschen ist es selbstverständlich, sich auf ihre innere Weisheit zu verlassen. Andere halten Intuition für ein nettes kleines Spielzeug derjenigen, die sich nicht auf ihren Verstand verlassen können oder wollen 😉 .

Wieder andere möchten gern lernen, ihre intuitive Intelligenz öfter zu nutzen und sie zu trainieren, damit sie ihnen für bessere Entscheidungen zur Verfügung steht.

Eine Trainingsmöglichkeit besteht darin, uns bewusster mit unserer sinnlichen Wahrnehmung zu beschäftigen und zu lernen, unsere Sinne zu stärken.

Streiche mal mit der Hand durchs Gras - was spürst du?

Tasten, Riechen, Sehen, Schmecken, Hören - speise deine Intuition

Wissenspool

Unser Gehirn verarbeitet und speichert Unmengen an Sachinformationen, erlerntem Wissen, Gefühlen und Erfahrungen (guten wie schlechten). Ein großer Teil unseres Wissens basiert auf den Wahrnehmungen, die wir mit unserer 5 Sinnen – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten – machen.

Von diesen sinnlichen Erfahrungen dringt nur ein kleiner Teil bis in unser Bewusstsein vor – und bildet das bewusste Wissen.  Die restlichen Informationen gehen aber nicht verloren, weil sie uns nicht bewusst werden. Der weitaus größere Teil unserer Erfahrungen wird direkt von unserem Unterbewusstsein abgefangen, in eine passende „Schublade“ sortiert und weggelegt. Aufgrund der schieren Menge an Wahrnehmungen, die täglich auf uns einstürmen – allein visuell können etwa zehn Millionen Bit Informationen pro Sekunde aufgenommen werden! – ist diese Filterung überaus sinnvoll.

Aus all diesen gespeicherten Informationen und Erfahrungen entsteht ein enormer Wissenspool, den unser Unterbewusstsein hütet und bei Bedarf wieder an die Oberfläche bringt. Dieser Wissenspool ist Basis unserer Intuition – ihr stehen alle Informationen ständig zur Verfügung. Dieser Reichtum an Information und Fakten macht das intuitive Entscheiden so wertvoll.

 

Mehr Informationen im Wissensspeicher = bessere Entscheidungen

Stell dir vor, dir wird ein neuer Job angeboten. Für deine Karriere wäre das ein ordentlicher Schritt voran, du hättest mehr Verantwortung, mehr Geld. Dafür müsstest du allerdings in eine andere Stadt ziehen.

Was passiert nun blitzschnell in deinem Inneren? Ist dein erster Gedanke: „Yes!!! Das hört sich super an!“, kannst du eigentlich schon mal anfangen, deine Koffer zu packen und das Unzugsunternehmen zu bestellen. Denkst du aber spontan: „Hm! Neue Wohnung, neues Umfeld – fühlt sich blöd an!!“, ist mit ziemlicher Sicherheit die Entscheidung zu Ungunsten des neuen Jobs gefallen, so viele verstandesmäßige Pluspunkte er auch haben mag.

Dasselbe passiert in allen Situationen, in denen wir Entscheidungen treffen – sei es der Kauf einer neuen Jacke oder die Frage, ob wir den- oder diejenige wirklich heiraten sollten. Unsere Intuition schickt uns prompt einen Impuls. Nicht immer ist es ein konkretes Bild vor unserem Auge. Es kann auch eine diffuse Empfindung sein, die auftaucht, und in den Kontext mit der anstehenden Entscheidung passt.

Die Intuition greift blitzschnell auf all unser Wissen und unsere Erfahrungen zu und bildet daraus sofort eine Tendenz. Je mehr Informationen in unserem Wissenspool enthalten sind, desto besser ist die Treffsicherheit unsere Intuition, die uns ja bei der Entscheidungsfindung in unserem Sinne unterstützen möchte.

 

Der Intuition auf die Sprünge helfen

Je mehr Sinneseindrücke wir speichern, desto mehr Informationen und Fakten stehen uns zur Verfügung. Helfen wir unserer Intuition auf die Sprünge, indem wir uns bewusst auf unsere sinnlichen Wahrnehmungen konzentrieren und so den Wissensspeicher in unserem Gehirn füllen.

 

Nimm dir doch die Zeit, einen Tag lang einen Sinn zu beachten. Schreib deine Eindrücke und Erfahrungen auf: Was hat dich überrascht? Was fiel dir leicht? Welche neuen Erkenntnisse konntest du gewinnen?

Wenn du alle deine Sinneskanäle schulst und aktivierst, fallen dir intuitive Entscheidungen leichter.

Ein Tag fürs Sehen: Nimm deine Umgebung heute einmal ganz bewusst visuell wahr. Was siehst du, wenn du deine Haustür verlässt? Wie sehen die Bäume in deiner Straße aus? Welche Häuser hast du bisher noch nicht bemerkt? Welche Farben stechen dir heute besonders ins Auge? Kannst du die ersten Blumen entdecken?

Ein Tag fürs Hören: Wenn du heute deinen PC startest, wie hört er sich an? Kannst du schon die ersten zurückgekehrten Zugvögel hören? Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, welche verschiedenen Sprachen sprechen die Menschen, mit denen du dort sitzt/stehst? Hör einmal ganz bewusst ein Musikstück – welche Instrumente kannst du erkennen? Kannst du den Wind in den Bäumen rauschen hören? Wie lacht das Nachbarskind? Wie hört sich der Fluss an?

Ein Tag fürs Tasten: Wie fühlt es sich an, wenn du morgens über dein Bettlaken streichst? Wie fühlt sich das Badetuch auf deiner Haut an? Kannst du die Sonne im Gesicht fühlen? Was spürst du, wenn du die Rinde eines Baumes berührst? Wie fühlt es sich an, auf Asphalt zu laufen? Oder auf Waldboden? Am Strand? Kannst du den Regen auf der Haut spüren? Wie fühlt es sich an, wenn du dir die Hände eincremst?

Ein Tag fürs Schmecken: Trinke deinen Morgenkaffe langsam und bewusst – wie ist sein Aroma? Wieviele Gewürze kannst du beim Mittagessen herausschmecken? Teste eine Frucht, die du noch nicht kennst – wie schmeckt sie? Geh in das Restaurant eines Landes, dessen Küche du noch nicht kennst – welche Geschmacksrichtung hat das Mahl?

Ein Tag fürs Riechen: Wie riecht die Luft, wenn du morgens dein Fenster öffnest? Bevor du dein Essen in den Mund nimmst, rieche erst einmal daran – kannst du verschiedene Gewürze riechen? Geh in eine Parfümerie und schnupper an einem Parfüm, das du noch nicht kennst. Riechst du den nassen Asphalt der Straße? Wie riecht der Tee im arabischen Restaurant?

 

Nimm dir Ruhe für diese Übung. Vielleicht fällt dir nicht jeder Tag gleich leicht. Das ist normal, denn gewöhnlich nutzen wir einen oder zwei Sinneskanäle stärker als die anderen.

Durch das bewusste Aktivieren und Nutzen aller Sinneskanäle – auch der sonst eher vernachlässigten – ergeben sich für dich neue, andere Perspektiven – und eine Fülle von neuen Wahrnehmungen für deinen Wissenspool. Und damit gibt es  auch wieder ein Werkzeug mehr für deine Intuition!

 

Viel Spaß bei deinem Abenteuerausflug in die Welt der sinnlichen Wahrnehmung!

 

 

 

 

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